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Sport- und Mehrzweckhalle Oldenburg
Der Stadtraum im Planungsgebiet wird entscheidend durch die vorhandenen Baukörper und der Achse des Grünzuges geprägt. Diese erstreckt sich von Ost nach West und zerschneidet das Areal in zwei Hälften. Die im Rahmenplan angedachte Bebauung wird das Erscheinungsbild und die städtebauliche Wirkung entscheidend beeinflussen und die Zäsur des Geländes zusätzlich verstärken.
Der Entwurf zielt auf einen Erhalt und eine Fortführung der grünen Achse und durch die Erschaffung eines zentralen Platzes auf eine Bindung der Geländehälften. Gleichzeitig fungiert der Platz als funktionales und vermittelndes Gelenk zwischen den unterschiedlichen Nutzungsprofilen und Verkehrstrukturen der Umgebung. Vorhandene Wege werden gesammelt, neu geordnet und weitergeführt. Blickbeziehungen werden erhalten, bzw. neu erschaffen. Der Platz bewirkt eine Orientierung und Beruhigung der Besucherströme in den Stoßzeiten vor und nach den Veranstaltungen. Der Grünzug quert den Platz, erfährt auf ihm eine Entfaltung, um sich anschließend fortzusetzen.
In der Treppenanlage findet der Platz als Orientierungsfeld seine konsequente und gestalterische Weiterführung. Besucher werden unmittelbar zur Haupterschließungszone der Sport- und Mehrzweckhalle geleitet. Gleichzeitig schafft diese eine Brücke zwischen Alt und Neu. Das geplante Bauwerk und der entstehende gestaltete Raum nehmen die klaren geometrischen Formen und die Ausrichtung der bestehenden Bebauung auf und setzen diese in einer zeitgemäßen Formensprache fort. Der neue Baukörper der Sport- und Mehrzweckhalle fügt sich in die Umgebung ein und stellt ein Bestandteil der Ordnung und gleichzeitig eine Neuorientierung dar.
Die neue Sport- und Mehrzweckhalle setzt sich als Solitär von der Umgebung ab, während sie sich gleichzeitig durch einen Glaskörper, in dem sich die Kartenvorverkaufskassen und der Eingangsbereich befinden, und dem darüber scheinbar schwebenden Metallkörper des VIP-Bereiches an den Bestand der Messehalle anbindet. Zusätzlich fasst der verglaste Foyerbereich die Westhalle des Messegebäudes ein und bildet eine funktionale Schnittstelle zwischen den beiden Nutzungsbereichen. Eine optionale und temporäre Nutzungserweiterung der Sporthalle wird durch diese Angliederung der bestehenden Westhalle erreicht. Der in diesem Bereich angeordnete Gastronomiebereich kann somit sowohl von den Besuchern der Sport- und Mehrzweckhalle, als auch von den Messegästen genutzt werden. Im äußeren Erscheinungsbild des Gebäudes zeichnen sich die inneren Funktionen ab und werden ablesbar. Die Schräge der West- und Ostfassade transferiert die Formen der Tribünen und vermittelt diese an den äußeren Betrachter. Horizontal angeordnete Bänder in den durchlaufenden Verglasungen symbolisieren die Sitzreihen und erfüllen eine abschattende Funktion. Durch seine Transparenz vermittelt der Baukörper das innere Geschehen der Tribünenumgänge nach außen.
Die Fassade in ihrer klaren Gestaltung zeichnet ein Abbild der Umgebung, nimmt somit diese in sich auf und schafft hierdurch eine Integration des Baukörpers in sein Umfeld. Durch das Absetzen der Glasfläche auf einem Sichtbetonsockel erscheint diese zu schweben und verleit dem Baukörper Leichtigkeit. Dieser Effekt wird durch eine nächtliche Illuminierung noch unterstrichen.
Diese transparente, die Umgebung in sich aufnehmenden Hülle, umgibt den massiven geschlossenen Körper der Sporthalle. Er ist förmlich in das die Umgebung wiedergebende Glas eingebettet.
Projektdaten
Bauherr: Stadt Oldenburg
Wettbewerb: Architektenwettbewerb
Planung bzw. Ausführung: 2003
Bruttofläche: ca. 13.000 qm
Bruttoraum:
Gesamtkosten:
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