 |
adidas Sport Center
In einer geschmeidigen wellenförmigen Bewegung hebt sich die Landschaft aus dem öffentlichen Grün der ‚Public World’ - heraus. Wie in der Bewegung erstarrt, werden Funktionsbausteine des aSC durch das ‚Gründach’ - die Esplanade - überschirmt. Am östlichen Ende kulminiert diese Szenerie in einem, scheinbar über der Landschaft schwebenden, kristallinen Körper. Der Kristall markiert in eindrucksvoller Weise diesen zentralen Punkt der Herzo Base und setzt einen städtebaulichen Akzent mit hohem Wiedererkennungswert. Die selbstverständliche Integration in den Stadtraum unterstützt bestmöglich die Idee des öffentlichen „T“ des Masterplanes. Über eine noch auszubauende Zufahrtsstraße entlang des südlich gelegenen Gewerbegebietes (WoL) wird die Verkehrserschließung geführt. Den Anschluss an den Olympiaring, sowie die Verteilung der Verkehrsströme auf das Grundstück des aSC (Taxi- und Busvorfahrt, Parken PKW etc.) vermittelt ein Kreisverkehr. Die fußläufige Erschließung erfolgt über weiche geschwungene Wege aus dem öffentlichen Grün. Ohne Barrieren vernetzt sich Funktion des Sport Center mit der ‚Public World’.
Funktionale Abhängigkeiten werden auf subtile Weise in klare Raumformen übersetzt. Die extrovertierten Sportmodule (Multihalle, Fußball, Tennis) des aSC werden in horizontaler Reihung unter der Esplanade dem öffentlichen Grün zugeordnet. Im Außenbereich unterstützen Hartplatz und Beachvolleyballanlage, jeweils arenaartig in den Boden eingelassen, Hochseilgarten und Freibereiche der Gastronomie dieses Konzept. Der Kristall umschließt die nach innen orientierten, vertikal gestapelten, Bereiche Kids-World, Verwaltung, Technik, Gesundheit, Fitness und Wellness. Die zweigeschossige Plaza, ein kommunikativer Empfangsbereich mit Check-In, Shop, Education, Gastronomie, Eventflächen etc. durchdringt als gläserner Kubus sowohl die Esplanade als auch den Kristall und stellt somit die Verbindung zwischen den bestimmenden Baukörpern her. Die einzelnen Funktionsbereiche verteilen sich auf sieben Ebenen. Als zentrales Erschließungselement fungiert eine Helixrampe mit 20m Durchmesser. Diese Rampe formt eine, in allen Bereichen erlebbare, parabolisch geschwungene Raumskulptur in deren Mitte ein freistehender, ebenso anspruchsvoll gestalteter, Stalagmit die Bühne für den Klettersport bildet. Das Rampenkonzept wird durch eine daraus entstehende Multifunktionalität gestützt - die Rampe ist gleichsam Tribüne, Verkehrsfläche, Vermittler und öffentliche Begegnungsstätte für Sportler und Besucher. Der durchaus sportliche Aufstieg den dieses Bauteil ermöglicht, endet in einer Sky-Bar auf 21.5m Höhe, erhaben platziert über den Dächern der Herzo Base.
Die Materialwahl folgt der Design Philosophie des Bauherren „atheletic, performance, pure“. Aus architektonischer Überzeugung lebt dieses Gebäude gerade dadurch, dass sich hier Sport, Innovation, Technik und Oberflächen miteinander verbinden und neue Wege der Gestaltung aufzeigen. Materialien werden ausschließlich da eingesetzt, wofür sie ihre Eigenschaften prädestinieren. Konstruktion und Funktion sollen ablesbar und erfahrbar sein. Technische Ausbauelemente (Lüftung, Beleuchtung, Beschallung etc.) werden auf Sichtmontage geplant.
In besonderem Maße berücksichtigt der Entwurf die vielfältigen Anforderungen an eine Betreiberimmobilie. Als weithin sichtbares Landmark mit hoher Anziehungskraft bietet das aSC erstklassige Voraussetzungen für die Vermarktung. Eine optimale Einbindung in die Infrastruktur der Herzo Base in Kombination mit einer leistungsfähigen, variablen internen Organisation unterstützten einen hochfunktionalen und wirtschaftlichen Betrieb. Von der täglichen Sportnutzung in den jeweiligen Funktionsmodulen, über temporäre Abtrennungen und Ausgliederungen für Teilvermietungen, bis hin zu Großevents mit bis zu 5000 Besuchern, die sogar zeitgleich zum Tagesgeschäft stattfinden können, erstrecken sich die Möglichkeiten. Ein entwurfsspezifisch bedarfsgerechtes, innovatives Haustechnikkonzept (Betonkernaktivierung, Vortemperierung der Außenluft über Erdkanäle, Wärmerückgewinnung, etc…) sorgt für geringe Betriebskosten.
Projektdaten
Bauherr: adidas-Salomon AG
in Zusammenarbeit mit GEV Grundstücksgesellschaft Herzogenaurach GmbH & Co. KG
Wettbewerb: internationales Gutachterverfahren - 1.Preis
Planung bzw. Ausführung: 2006 2008
Bruttofläche: ca. 27.885 qm
Bruttoraum:
Gesamtkosten: ca. 24,5 Mio Euro
|
 |